Qualformen

"Ach, sind das lustige Wuschelmäuse!"; "Die hat aber niedliche Locken!"; "Meine Maus singt!"; "Tanzt deine Maus auch so toll im Kreis?" Des Menschen Freud´ - des Tieres Leid ...

 

-gut erkennbar: die stark gekräuselten Tasthaare,

welche zu Fehl- und Dauerreizung führen können

 

Seit Menschen sich mit der gezielten Zucht von Tieren auseinandersetzen, gibt es leider immer wieder Qualformen, die auch bei einer Reihe Interessenten auf die "Bewunderung des Besonderen" stoßen. Oftmals ist das Leid der Tiere bei den z.T. schwerwiegenden Deformierungen und Mutationen offensichtlich (z.B. schwere Atem-  und Knochenprobleme bei der Englischen Bulldogge oder die Gleichgewichts- und Verhaltensstörungen der schwanzlosen Manx-Katze), bei anderen wiederum nicht auf Anhieb. Leider gibt es auch bei der Zucht von Kleintieren eine Reihe von Qualformen.

 

 

-extreme, genetisch bedingte Fettleibigkeit mindert die Lebensqualität enorm und führt zu frühzeitigen Erkrankungen bis hin zum verfrühten Tod

 

 

Der DMRM lehnt jede Zucht von Qualformen bei Mäusen ab! Hierzu zählen:

  • sogenannte Tanzmäuse (Defekte der Hirnanhangsdrüse)
  • nackte, oder teilweise nackte Tiere
  • schwanzlose Mäuse oder Mäuse mit verkürzten Schwänzen
  • Sing-und Pfeifmäuse (Mäuse besitzen ein schweres Lungenleiden!)
  • Zucht von Mäusen, die Träger eines Lethalfaktores sind (führt zu Todgeburten)
  • Langhaar- oder Angoramäuse oder sog. "Wuschelmäuse"
  • Rex- oder Astrextiere (Tiere mit gelocktem/gewellten Fell)
  • alle Varianten des Dominant Yellow Allels z.B. Dominant Red (führt zu extremer Fettleibigkeit)

 

-stumpfes-sträubiges Fell, krankhafte Katzenbuckelhaltung, stark entzündete Augen ( mit wundgeriebenem Augenbereich), stark gebogene Tasthaare

 

Bei den z.T. augenscheinlich gesund wirkenden "Wuschel-", "Locken-", oder Rextieren kräuseln sich auch die Tasthaare. Dadurch erfolgt eine ewige Weitergabe von Fehlinformationen (Dauerreizung der Sinnesorgane bei  Bodenkontakt)  Räumliche Abstände ("Pass ich durch das Rohr?") können nicht mehr eingeschätzt werden. Neben dieser Nervenreizung treten auch sehr häufig Augenerkrankungen und -verletzungen durch den ständigen Kontakt der Haare mit der Hornhaut.

Bitte handeln Sie verantwortungsbewusst und nehmen Sie vom Kauf eines Tieres mit Qualzuchtform Abstand! 

 

 

-besonders frontal ist die krankhafte Fettleibigkeit gut zu erkennen. Trotz Diät nehmen Tiere (z.B. Dominant Red) enorm an Körpergewicht zu. Rezessiv Red ist in Deutschland nicht für Liebhaber zu bekommen! Alle deutschlandweit angebotenen "Roten", werden im Alter enorm fettleibig!

 

22.05.2008: Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich hier einen Beitrag zum Thema "Rezessiv roter" Mäuse - dieser Beitrag wurde mir freundlicher Weise von Andrea Becker (Akasha´s Tribe) zur Verfügung gestellt!

 
Da die Zahl angeblich rezessiv roter/gelber Mäuse eher steigt als sinkt, möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass zur Zeit europaweit ausschließlich zwei deutsche DMRM-Züchter diese Variante in der Zucht führen.
Mag sein, dass der eine oder andere nicht im Verein organisierte Hobbyzüchter aus Unwissenheit tatsächlich daran glaubt, diese Tiere ebenfalls zu haben. Solche Unkenntnis macht die Zucht jedoch wenig vertrauenswürdig wegen offensichtlich mangelnder Sachkompetenz des Züchters.
Zudem ist o. g. Tatsache weitläufig bekannt, so dass man leider davon ausgehen muss, dass in der Regel bewusst gelogen und betrogen wird. Vertuscht wird dieses auch gern über die Vergabe selbst erfundener Farbbezeichnungen wie Beige, Kupfer, Bronze, Creme, Apricot ... So schön dies klingen mag, der genetische Hintergrund dieser Fantasiefarben bleibt damit trotzdem das negativ belastete Farbgen Ay/-.
 
Sind Sie als Mäusekäufer oder Zuchtanfänger unsicher bzgl. rötlicher Mäuse, nutzen Sie z. B. die Gäste Lounge des öffentlichen Bereichs des DMRM-Forum für Ihre Fragen. Dort wird man Ihnen gern weiter helfen.
 
Weiterhin bleibt Mode, die Zucht irgendwelcher Locken-, Wusel- und Langhaarfellmäuse mit fadenscheinigen Argumenten aus der Qualzuchtproblematik heraus zu katapultieren. Auch hier nochmals die Anmerkung, dass es keine akzeptablen Mischlinge/Mixe oder Halblanghaar/Halblocken gibt, sondern allenfalls "schlechte" Vertreter dieser Fellvarianten. Die verantwortlichen Gene bleiben gleich und sind selbst bei geringer Ausprägung der Merkmale homozygot vorhanden und werden mit jeder Verpaarung vom "Züchter" willentlich weiter gegeben.
 

Kleine Info bzgl. eines beliebten Arguments: Langhaarige Lockenmäuse (die der Laie und scheinbar auch manch "Züchter" nicht unbedingt immer als langhaarig erkennen und zuordnen kann) haben im Gegensatz zu den kurzhaarigen "Lockies" tatsächlich keine krausen Tasthaare. Dennoch ist ihr Tasthaar für den Gebrauch als Sinnesorgan in der Funktion gestört, denn es ist zu stark nach unten gebogen und im Verhältnis zum Körper zu lang.

Die Beispielbilder wurden mir freundlicher Weise von Andrea Becker und Solveig Burzynski zur Verfügung gestellt.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

11.11.2008: Leider fallen mir immer häufiger Inserate in Zeitungen und im www auf, in denen für zum Teil hohe Preise "Satinmäuse", "Glanzmäuse" o.ä. vereinsfern von Hobbyzüchtern angeboten werden.

Bitte nehmen Sie Abstand von diesen Angeboten oder hinterfragen Sie strikt die Herkunft der Tiere!

Diese "Hobbyzüchter" vermehren ohne genetisches Wissen und ohne die Problematik der Fellform zu bedenken, immer wieder Satintiere miteinander, um den Glanzeffekt vermeindlich zu intensivieren - dem ist aber nicht so. Im DMRM tritt diese sehr attraktive Fellform ebenfalls auf und ist in keinem Fall bedenklich. Allerdings nehmen wir als Züchter Abstand davon, diese Fellform bewusst über mehrere Generationen intensiv miteinander zu verpaaren. Der Grund hierfür liegt auf der Hand, ist für den Laien aber nicht sofort ersichtlich.

Farbmäusen mit Satinfell glänzen durch das einzelne, hohle Haar, wodurch der Lichteinfall anders gebrochen wird und die Maus stark glänzend erscheint. Dieser Effekt ist besonder für Halter schön und im Normalfall nicht bedenklich oder als qualförmig anzusehen.

Werden jedoch Satintiere in mehreren Generetionen verpaart, treten zunehmend Fellausdünnungen und dünne, brüchige Haare auf. Die Tiere können sogar partiell nackt werden und müssen dann, bedingt durch diverse Beeinträchtigungen als qualförmig angesehen werden. 


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!